Olga-Areal, Stuttgart

II socialarchitecture – der nächste Schritt kontinuierlicher Weiterentwicklung

BUENA VISTA socialarchitecture stellt das Vorhaben der Baugemeinschaft „Mehr als Wohnen“ für Baufeld 3 auf dem Olga-Areal vor. Basis ist die Entwicklungsleistung von 22 Jahren Passivhaus und 18 Jahren Baugemeinschaft. Damit löst BUENA VISTA socialarchitecture eine Zusage aus Vorgesprächen mit Teilen der Verwaltung und des Gemeinderats ein, die Vorstellungen dieser Baugemeinschaft zu konkretisieren und zu beschreiben. Aufgabe von BUENA VISTA socialarchitecture ist es, als Vertreter seiner Baugemeinschaften soweit in Vorleistung zu gehen.

Der Projektvorschlag soll der weiteren Abstimmung mit Verwaltung und Gemeinderat dienen. Ziel ist, zwischen Bauträger und freier Baugemeinschaft auf der einen und BUENA VISTA socialarchitecture auf der anderen Seite zu differenzieren. Schließlich sollte klar hervorgehen, warum und wie die BUENA VISTA - Baugemeinschaften die Vorzüge der bekannten Modelle in sich vereinen und nun besonders dem ausgezehrten sozialen Wohnungsbau helfen können. Das will „Mehr als Wohnen“ auf der konsistenten Entwicklung seiner Vorgänger aufbauend unter Beweis stellen. Die Baugemeinschaft bittet angesichts ihres unüblichen Vorschlags um Vorprüfung ihrer Bewerbungsaussichten.

Der Projektsteuerer der Baugemeinschaft „Mehr als Wohnen“ vertritt sie seit 2009 in der Bürgerinitiative Olgäle 2012. Ihre inzwischen 60 Gesellschafter kommen zwar mehrheitlich von dort, haben sich aber hinter dieser alternativen Gründungsform versammelt. Hier finden sie die Verlässlichkeit einer prüfbar langen Entwicklungslinie mit Ergebnissen und Zielen, die ihnen besonders wichtig sind. Ihr spezieller Gruppenfindungsprozess schließt sie zwar von dem Bewerbungsverfahren für Baugemeinschaften aus, weil sie die Definitionsrechte delegieren, lässt ihnen gleichzeitig als junge Familien die nötige Zeit für Familie und Beruf. Dennoch behalten auch diese Bauherren die Kontrolle über ihr Vorhaben. Sie bedienen sich nur eines ausgereiften entlastenden Modells.

Andererseits ist die BUENA VISTA - Baugemeinschaft „Mehr als Wohnen“ ebenso weit vom Bauträgermodell entfernt wie auch alle anderen Baugemeinschaften von Olgäle 2012. Aufgrund ihres Entwicklungsgrades braucht sie weder Schutz noch Fürsorge Dritter. Wie alle BUENA VISTA - Baugemeinschaften kann sie sich am Markt behaupten. „StadtWerk“ z.B. hat das städtische Grundstück in einem EU-weiten Ausschreibungsverfahren für sich entschieden und „Weitblick“ das private Grundstück erworben. Deshalb ist auch „Mehr als Wohnen“ in der Lage, sich einem fairen Wettbewerb mit Bauträgern um Baufeld 3 zu stellen, wenn es zu einem vergleichbaren Ausschreibungsverfahren kommt wie unter den Baugemeinschaften. Ihr bekanntes Preis/Leistungsverhältnis macht sie sehr zuversichtlich.

Der Projektvorschlag dient deshalb auch der Vorstellung des Atriumhauses als Baustein des vorgesehenen Leuchtturmprojekts. Entscheidend ist sein Kostenvorteil. Dabei geht es nicht um die Einsparung der Bauträgermarge. Vielmehr liegt die Erklärung für diese Kosten in den ergebnisorientierten BUENA VISTA - Baugemeinschaften gegenüber der prozessorientierten freien Baugemeinschaft. In der Funktion des Architekten und Projektsteuerers bei BUENA VISTA socialarchitecture kommt es zu einer Verstetigung der sonst singulären Effekte bei den freien Baugemeinschaften. Sie erfinden sich jedes Mal neu. Dabei gehen Leistungen verloren, die BUENA VISTA socialarchitecture, über den beiden Modellen gleich bleibenden Findungsprozess hinaus, dauerhaft volkswirtschaftlich nutzbar macht. Darin, verbunden mit der steilen Lernkurve des Planers, liegt der enorme Kostenvorteil des nunmehr lernenden Systems.

Diese Vorteile haben die Entwicklung des Atriumhauses begünstigt. Inzwischen ist es über das Experimentierstadium hinweg und bei allen Nutzern so beliebt, dass sie ein zum Positiven verändertes Sozialverhalten bei sich bemerken. Sie schreiben das den sehr viel häufigeren Kontakten zu, zu denen sie die Atriumhäuser verleiten. Selbst bei Neuinteressenten verfliegt die anfängliche Skepsis angesichts der schönen Aussichten schnell.

Dass das kein Wunder ist, wissen die Bewohner des Familistère Godin. In Guise in der Picardie existieren seit 150 Jahren die ersten bekannten Atriumhäuser. Die drei Gebäude gehören zu einem industriellen Ensemble und dienten bis 1968 als Arbeiterwohnungen, die der Fabrikant und Sozialreformer Godin zusammen mit der ganzen Infrastruktur in vorgründerzeitlicher Architektur errichten ließ. Ein Gebäude davon wurde im ersten Weltkrieg zerstört. Sie gelten als der erste soziale Wohnungsbau, der auch Le Corbusier inspiriert hat. Die sozialen Effekte der Atriumhäuser wünschen sich die ehemaligen Bewohner sehnlichst zurück. Von ARTE France existiert ein Film von 1997 über diese damalige Sozialutopie.

Die Baugemeinschaft beabsichtigt der Durchführung ihres Vorhabens einen passenden Schlusspunkt zu geben. Sie stellt den Kontakt zu den um die Erhaltung dieses Kulturgutes Interessierten in Guise her und lädt sie zur Einweihung ihres Hauses 2018 nach Stuttgart ein, um mit ihnen zusammen den 100. Jahrestag der Beendigung des ersten Weltkriegs zu feiern und die deutsch-französische Freundschaft zu vertiefen - ein würdiger Abschluss für ein Leuchtturmprojekt.

 

DOWNLOAD BROSCHÜRE